‚Ein Hilfspaket Rente muss her‘

... und das zum 125. Geburtstag der Rentenversicherung !

Alle reden von Altersarmut, handeln jedoch nicht und unsere Bundeskanzlerin redet alles schön.  Überall werden Hilfspakete geschnürt, also warum nicht auch für die Rentenversicherung?

So wie Kinder heimlich im Advent Plätzchen aus der Weihnachtsplätzchendose stibitzen und erklären es war die Weihnachtsmaus, genauso dient seit Ende der 50er Jahre, den Regierenden die Deutsche Rentenversicherung  – früher Bundesanstalt für Angestelltenrente – gerne als Spardose, aus der man sich heimlich bedient.

 

Ende November fand in Hannover  die  Armutskonferenz Niedersachsen statt, dort wurden neben schönen Reden auch Fakten genannt und Forderungen formuliert. In seiner Begrüßungsrede fand der Vorsitzende des SoVD, Herr Bauer, deutliche Worte: „Wer die wachsende Gefahr der Altersarmut jetzt noch unterschützt, handelt grob fahrlässig.“

Wer sich an den Alten nicht versündigen will, wer den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, welche in den nächsten 10 Jahren in Rente gehen noch eine Perspektive geben will und wer unseren Kindern und Enkelkindern  überhaupt noch eine Chance auf Alterssicherung einräumt,

DER  muss jetzt schnell handeln, unbedingt notwendig sind:

 - Ein Hilfspaket Rente für all diejenigen, die bereits Rentner sind, oder demnächst in Rente gehen.

und

- Ein neues, besseres und bereits bewährtes Rentensystem für unsere Kinder und Enkelkinder.

Beides ist machbar und finanzierbar, wenn die Regierungen es nur wollten.

Hier ein paar erschreckende Zahlen, die jeder leicht nachlesen kann:

Die Zahlen in Deutschland:

Empfänger von Grundsicherung:          
2004:  450.000  Personen
2014:  950.000  Personen (+ ca. 111%)

Davon älter als 65 Jahre: 
2004: 260.000  Personen
2013:  455.000  Personen
2014:  490.000  Personen

Steigerungswert  2004 bis 2014 ca. 88%!

Weitere Betrachtungen am Beispiel Niedersachsen:

Empfänger von Grundsicherung:          
2004:     56.000 Personen
2014:  101.000  Personen (+ ca. 80%)

Davon älter als 65 Jahre: 
2004:  29.000  Personen
2014:  56.000  Personen (+ ca. 73%)

Das heißt,  allein in Niedersachsen ist die Anzahl der Empfänger von Grundsicherung in den letzten 10 Jahren um über 88% gestiegen.

Sie persönlich kennen keinen dieser Mitmenschen? Na klar, viele schämen sich, sind kaum zu sehen, wie auch? Sie können es sich nicht leisten im Sommer im Straßenkaffee zu sitzen oder jetzt über einen Weihnachtsmarkt zu bummeln!

Seit nun fast 30 Jahren fordern die Grauen Panther eine Mindestrente, die sich am Minimumniveau der Beamtenpensionen orientieren sollte.  Wir Grauen Panther  wollen uns hier nicht rühmen, wir hätten die Altersarmut, in heutigem und zukünftig drohenden Ausmaß vorher gesehen, aber vor den Folgen falscher Sozial- und Rentenpolitik gewarnt, das haben wir schon lange!

Die Grund- oder auch Mindestrente, unter diversen Bezeichnungen, vor der letzten Bundestagswahl, durch alle etablierten Parteien breit diskutiert,  nun – hätte mal eine Regierung / Koalition wirklichen Mut zu Veränderungen bewiesen, so könnten wir doch heute längst eine existenzsichernde Mindestrente haben!? 

Deshalb:

Die Grauen Panther fordern  jetzt ein Hilfspaket Rente zur kurzfristigen Milderung von Altersarmut.

Wir fordern langfristig, für unsere Kinder und Enkelkinder, die Einführung des bewährten Schweizer Rentenmodells in Deutschland, in einer für Deutschland modifizierten Variante.

Vom Schweizer Modell haben Sie noch nichts gehört?  

Also, was halten Sie denn von der Idee einer garantierten gesetzlichen Grundrente, gestaffelt und mit Höchstgrenze?

Wichtig: Alle berufstätigen Menschen zahlen in einen gemeinsamen Topf ihre Beiträge ein!

Zusätzlich kann sich  jeder ergänzend freiwillig versichern und als drittes Standbein  die  betriebliche Altersvorsorge (auch als drei Säulenmodell der Rentenversicherung bekannt).

Die Grauen Panther fordern  jetzt einen großen Schritt, hin zu einer befriedigenden Lösung, ansonsten machen Konferenzen wie die oben erwähnte „Armutskonferenz“ keinen Sinn (dabei war sie sehr interessant)!

Göttingen, den 2. Dezember 2014 E.L.