Familienministerium mal so eben nebenbei?

Nachdem Franziska Giffey, angesichts drohendem Doktortitelverlust, die Bundeskanzlerin um Entlassung durch den Bundespräsidenten aus dem Amt als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gebeten hatte, war das Amt nicht lange verwaist. Schon einen Tag später übernahm die Justizministerin Christine Lambrecht kommissarisch das Ressort.

Auch wenn Franzska Giffey bescheinigt wird, in der Ministerriege während der laufenden Legislatur eine der Fleißigsten gewesen zu sein, so lässt sich doch daraus nicht ableiten, das Feld sei ausreichend bestellt? Hat doch die ja auch heute längst noch nicht überwundene Coronakrise viele Kinder und deren Eltern an die Grenzen der Belastbarkeit geführt und mussten nicht gerade die Familien in den vergangenen Monaten mit Blick auf die Interessen der Wirtschaft immer wieder feststellen, dass ihre Belange zurückstehen mussten? 

Auch wenn man der Justizministerin Christine Lambrecht glauben mag, wenn diese erklärt, gründlich überlegt zu haben, ob diese zusätzliche Aufgabe von ihr bewältigt werden kann, so sind doch erhebliche Zweifel angebracht, ob sich Experimente rund um einen zentralen und dabei sehr verletzlichen Pfeiler unserer Gesellschaft rechtfertigen lassen?

Das sieht auch unser Thüringer Landesverband so und hat sich in diesem Zusammenhang mit einem offenen Brief direkt an die Bundeskanzlerin gewandt und darin die Bitte um sofortige fachgerechte Nachbesetzung des Familienministeriums zum Ausdruck gebracht.

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Hier der Wortlaut des Briefs an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Unser Thema: Keine/n Familienminister/in

Die Partei „Graue Panther“ ist nicht in der Form etabliert, wie zum Beispiel CDU, SPD oder FDP, aber wir haben ein Ohr für die Bedürfnisse der Bürger und die Lebenserfahrung, die es bedarf um diese Belange zu benennen und anzugehen. Genau aus diesem Grund schreiben wir Ihnen heute.

Ihre Entscheidung, das Amt des Familienministers/in für ein halbes Jahr nur „nebenbei“ durch die Justitzministerin zu besetzen, geht an den Bedürfnissen der Bürger vorbei.

Warum ist die Unterstützung der Familie wichtig?

Die Familie ist der zentrale und schützenswerteste Teil unserer Gesellschaft. Ihr gehören Mitglieder aller Generationen an, somit gestaltet die Familie das Leben jeder Bürgerin und jeden Bürgers grundlegend. Leider hat die Politik diesen Teil der Gesellschaft vernachlässigt. So sind Kinder zum Luxusgut geworden und spalten hierdurch die Gesellschaft. Die Familien, die sich dazu entschieden Kinder zu haben und ihren Lebensunterhalt ohne staatliche Stützen zu bestreiten, bekommen regelmäßig aufgezeigt, wie das System sie im Stich lässt. Besonders fällt unter diesem Gesichtspunkt die Unterstützung von Alleinerziehenden auf. Der Generationenvertrag ist eigentlich so gedacht, dass die Jüngsten ihre Kindheit und Jugend genießen und auf die Herausforderungen des Lebens durch eine durchdachte, nachhaltige Bildungspolitik auf das Leben vorbereitet werden sollten. Dabei übernimmt die Generation der Mitte alle wichtigen Funktionen der Gesellschaft und stützt darüber hinaus auch die älteren Generationen. Das funktioniert immer schlechter, weil neben der Arbeitskraft, die unseren Wirtschaftsmotor laufen lässt, sich die Generation der Mitte mit existentiellen Fragen befassen und individuelle Lösungen für alle Probleme finden muss.

Zu den täglichen Überlegungen und Sorgen gehören Ängste um das Wohl der Existenz, den Kindern, die Sorge um ältere Angehörige und die Karriere. Um alles bewältigen zu können muss täglich die Balance zwischen Beruf und Familie neu gefunden werden. Der Staat belastet die Familien zusätzlich mit unnötiger Bürokratie. Dabei ist es die Aufgabe des Staates Bedingungen zu schaffen, um die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu unterstützen.

In den letzten Monaten hat sich diese Situation immer weiter verschärft:

Die Familien müssen einen Großteil der Last dieser Pandemie tragen!

- Einschränkungen im Alltag, die unsere Kleinsten kaum verstehen aber umsetzen müssen.

Die Familien haben immer stärkere Einbußen hinnehmen müssen!

- Kinderbetreuung und Schulische Ausbildung wurden in den letzten Monaten quasi von der Familie abgedeckt.

Die Familien wurden vom Staat am wenigsten unterstützt!
- Milliardenhilfen für Unternehmen im Gegensatz zu lächerlichem Ausgleichen für die Familien.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, mit Ihrer Entscheidung, den Posten nicht zu besetzen, schwächen Sie die Positionen der Familie weiter. Es wird weniger für die Familie gekämpft und es werden weniger Interessen der Familie durchgesetzt werden. Die Familien dieses Landes brauchen aber genau jetzt, bei den Nachwirkungen dieser Pandemie, stärkere Unterstützung. Bitte besetzen Sie diesen Posten hauptamtlich und schnellstmöglich, allein schon um ein Zeichen für die Familien zu setzen!

Unsere Mitglieder und Freunde der Partei haben uns gebeten, dieses Schreiben an Sie aufzusetzen, in der Hoffnung, dass Sie Ihre Entscheidung überdenken.

 

 

 

Das Original - 

 

GRAUE PANTHER 

 

Die einzige von Trude Unruh

legitimierte Nachfolgepartei!

 

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